Gutscheinsystem abschaffen! Bargeld für Alle!
Hier unser Antira-Einkaufskalender für 2014.

Abolish vouchers! Cash for everyone!
Here our antiracist-shopping calendar for 2014.
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-- Deutsch siehe unten ---- English below --

Invitation pour notre dernière action concernant le système des Gutschein à Hennigsdorf

20.2.2015 17h Spécial dernier achat antiraciste au Penny Markt (Berliner Str. 77a in 16761 Hennigsdorf).

24.2.2015 20h KüfA avec une rétrospective de nos actions concernant le système des Gutschein à Friedelstr. 54, Berlin-Neukölln

Depuis plus de 20 ans les réfugié-e-s à Hennigsdorf reçoivent en lieu et place d‘argent liquide des Gutscheins. Le mois de février a vu l‘abolition de ce système discriminatoire qui limitait la liberté des personnes demandeuses d‘asile vivant à choisir, où, quand et comment dépenser son social (Asylbewerber_inleistung). Nous tenons ce succès de l‘investissement que vous toutes et tous avez fourni durant des années. A Hennigsdorf, beaucoup de personnes ont montré leur solidarité à cet effet, à travers des démonstrations, des mouvements de boycott et des achats antiracistes organisés par Corasol et URI. Nous tenons à vous remercier pour vos multiples déplacements à Hennigsdorf malgré les intempéries liées au climat et malgré les irrégularités des moyens de transport. Votre solidarité a toujours su réconforter les demandeur-ses d‘asile et créer une grande pression sur les autorités politiques.

Aussi nous vous invitons le vendredi 20 février 2015 au tout dernier spécial achat antiraciste à Hennigsdorf. Cet achat sera particulier dans la mesure où nous discuterons avec les réfugié-e-s de Hennigsdorf et collecterons leur sentiment, ainsi qu‘avec les ami-e-s qui ont par le passé donné de leur énergie pour lutter contre ce système. Enfin, nous terminerons par une KüfA à Friedel le 24 février 2015. Toutefois, nous gardons à l‘esprit que le combat est loin d‘être terminé, les réfugié-e-s connaissent encore des problèmes liés à leur statut. Corasol ne baisse pas les bras et continue la lutte pour l‘amélioration des conditions de vie des réfugié-e-s. C‘est pourquoi, nous vous invitons tous et toutes à vous joindre à notre combat.

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Einladung zu Abschlussaktionen Gutscheinsystem Hennigsdorf

20.2.2015 17 Uhr Besonderer Abschluss-Antira-Einkauf mit Kundgebung vor dem Penny Markt (Berliner Str. 77a in 16761 Hennigsdorf).

24.2.2015 20 Uhr KüfA mit Aktionsrückblick zum Gutscheinsystem und Sekt in der Friedelstr. 54, Berlin-Neukölln

Seit über 20 Jahren bekommen in Henningsdorf geflüchtete Personen Gutscheine anstelle von Bargeld. Im Februar wurde dieses diskriminierende System abgeschafft, das die Freiheit, wie, wann und wo Menschen ihre Asylbewerber_innenleistungen ausgeben möchten, einschränkte. Dieser Erfolg konnte nur mithilfe eures Engagements erreicht werden. In Henningsdorf zeigten viele Menschen ihre Solidarität diesbezüglich mit der Teilnahme an Demos, Boycotts und an den von Corasol und URI organisierten Antira-Einkäufen. Wir bedanken uns bei euch für eure zahlreichen Fahrten trotz schlechtem Wetter und dem oft unzuverlässigen öffentlichen Verkehr. Eure Solidarität hat den Asylbewerber_innen Kraft gegeben und dazu beigetragen, Druck auf die politische Ebene auszuüben.

Nun laden wir euch ein letztes Mal zu einem besonderen Antira-Einkauf ein, am Freitag den 20. Februar 2015 in Henningsdorf. Besonders die Bewohner_innen des Lagers sind eingeladen, mitzudiskutieren und ihre Eindrücke zu schildern. Daneben freuen wir uns auch über all die Freund_innen, die sich die letzten Jahre an unsere Seite gestellt haben und uns unterstützt haben. Zum Abschluss wird es eine KüfA in der Friedel am 24. Februar geben.
Es ist uns jedoch klar, dass der Kampf noch nicht zu Ende ist. Geflüchtete Personen sehen sich immer noch aufgrund ihres Status mit großen Problemen konfrontiert. Corasol gibt nicht auf und setzt den Kampf für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Geflüchteten fort. Deshalb laden wir euch ein, euch weiterhin einzumischen und mitzukämpfen.
+++ Für Bewegungsfreiheit und ein menschenwürdiges Leben für Alle +++

Invitation for Final Actions concerning the Voucher system for refugees in Hennigsdorf

20th February 2015 5pm Special Final Antiracist Shopping with demonstration in front of the Penny Market (Berliner Str. 77a in 16761 Hennigsdorf).

24. February 2015 8pm Solidarity Kitchen with a review on the actions concerning the voucher system in Hennigsdorf at Friedelstr. 54, Berlin-Neukölln.

Since more than 20 years refugees in Henningsdorf get vouchers instead of money. In February this discriminating system, which restricts the freedom of refugees to spend their money the way they want, has been abolished. This success is also due to your support. A lot of people showed solidarity with the refugees in Hennigsdorf by taking part in demos, boycotts or AntiRa-shopping organized by Corasol and URI. We thank you for your numerous trips to Henningsdorf despite bad weather and irregular public transport. Your solidarity encouraged the refugees and put pressure on the politics.

We invite you a last time to join us for an AntiRa-shopping tour in Henningsdorf on Friday the 20th of February. Especially refugees are encouraged to join us, as well as all of our friends, who supported us during these years of struggle. To bring the struggle against the vouchers to a close, we invite all of you to our KüfA on the 24th of February at the Friedel.
However, it is clear to us that the fight isn’t over, refugees still are facing a lot of problems due to their status. Corasol will not give up the fight for better living conditions for refugees. Therefore we invite all of you to join us in this fight.

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Antira Einkauf braucht Unterstützung!!! +++ Antiracist shopping needs support!!!

english below

Wir rufen zum nächsten antirassistischen Einkauf in Hennigsdorf auf.

Freitag, 6.2.15 in Hennigsdorf bei Berlin

Einmal im Monat treffen wir uns und gehen gemeinsam einkaufen. Ihr könnt euren ganz normalen Wochenendeinkauf tätigen. An der Kasse wartet dann jemand mit
Gutscheinen in der Hand auf euch. Ihr könnt dann anstatt mit Bargeld an der Kasse zu bezahlen mit diesen Gutscheinen bezahlen. Im Anschluss an den
Zahlungsvorgang gebt ihr dem_der Gutscheinbesitzer_in das Bargeld für den Einkauf.

Am besten vorher mit Einkaufsumme anmelden unter: antira.einkauf[ät]web[punkt]de
Hier können auch Nachfragen per Email gestellt werden.

EINKAUF: ORTE – ZEITEN – TREFFPUNKTE
Für den Einkauf treffen wir uns direkt im S-Bahnhof Henningsdorf um 16:47 (da kommt die S25 an) auf dem Bahnsteig*** Achtung GDL Streik – Infos unten auf der Seite***.
Vom S-Bahnhof gehen wir gemeinsam zum Supermarkt (um 17 Uhr) und besprechen für alle, die noch nicht dabei waren, die Eckdaten. Solltet ihr es nicht zum Treffpunkt um 16:48 schaffen, könnt ihr gerne auch noch
zum Penny nachkommen: Berliner Str. 77a in 16761 Hennigsdorf. Wir sind mindestens eine Stunde lang noch da.

Die Situation
Nach Deutschland geflüchtete Menschen sind mit staatlichen Repressionen wie der Zwangsunterbringung in anstaltsähnlichen isolierten Unterkünften ohne Privatsphäre, der Residenzpflicht (Flüchtlinge dürfen den ihnen zugewiesenen Landkreis oder manchmal Bundesland nicht verlassen) und langjährigem Arbeits- und Ausbildungsverbot konfrontiert. Dieser Katalog an Einschränkungen an grundsätzlichen Rechten legitimiert sich u.a. aus dem Asylbewerberleistungsgesetz. Er wird ergänzt durch eine auf das Allernotwendigste beschränkte, minimale medizinische Versorgung sowie finanzielle Grundleistungen, die erst durch jahrelange Rechtskämpfe auf das Hartz IV-Niveau angehoben wurden. Diese Grundleistungen werden dann im Ermessen des zuständigen Sozialamtes entweder als Bargeld, aber oft überwiegend als Sachleistungen wie Nahrungsmittelgutscheine, Chipkarten und Kleidercoupons erbracht. Das einzige Bargeld, was den Flüchtlingen zusteht (das monatliche “Taschengeld”) beträgt nur ein Bruchteil des Gesamtwertes und wird immer wieder nach Willkür des Sozialamtes gestrichen.

All diese Maßnahmen haben u.a. zur Folge, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland von vornherein unterbunden wird. Es besteht für Geflüchtete in Deutschland nicht die Möglichkeit, z.B. mit Freunden einen Kaffee zu trinken oder ins Kino zu gehen, geschweige denn einen Anwalt, Telefon oder Tickets für den öffentlichen Verkehr zu bezahlen.
Diesem alltäglichem Wahnsinn sind auch die Flüchtlinge in Hennigsdorf ausgesetzt. Das zuständige Sozialamt Oranienburg versagt auch langjährig hier lebenden Menschen Leistungen in Form von Bargeld. Die Flüchtlinge bekommen Gutscheine ausgestellt, mit denen sie sich lediglich Lebensmittel und Drogerieartikel in wenigen vorbestimmten Geschäften kaufen dürfen.

Der Einkauf
Da die Verwaltung von Oberhavel weiterhin stur an den Wertgutscheinen festhält, ist der Antira-Einkauf leider immer noch notwendig. Deshalb treffen wir uns weiterhin einmal im Monat und gehen gemeinsam einkaufen in Hennigsdorf. Auch wenn jetzt Gutscheine angenommen werden müssen, werden wir die Forderung nach Bargeld weiterhin nach Kräften unterstützen, kommt also zahlreich und unterstützt die Geflüchteten bei ihrem Vorhaben!
Hier findet ihr auch unseren Einkaufskalender für 2014, den ihr euch ausdrucken und zuhause aufhängen könnt, um die Einkaufstermine langfristig im Blick zu haben!

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The next antiracist shopping in Hennigsdorf is on friday the 6th of February 2015

REGISTRATION
It would be great if you could register before coming by sending us a mail until thursday, with the approximate amount of money you want to go shopping for!
antira.einkauf[at]web[punkt]de
Here you can also get answers to further questions
If you spontaneously want to spend more money, that’s usually always possible!

PLACES – TIMES – METTING POINTS
***Attention Train Strike – Information on the buttom of the page***
For the shopping we meet either at Gesundbrunnen, platform 4 at 16:15 to take the S25 together or directly in Hennigsdorf at Penny’s or at the station (S) at 16:47 and walk together to the penny market and talk with those who participate for the first time about how it works.

If you can‘t make it at 16:47 to the station in Hennigsdorf you can also come directly to the Penny market: Berliner Str. 77a in 16761 Hennigsdorf.

HOW DOES THE SHOPPING WORK?
Once a month we meet to go shopping together. You can do your normal weekend/ monthly shopping. At the supermarket checkout there will be a person waiting with vouchers who will pay for you with the vouchers. Afterwards you hand the person with the vouchers the same amount of money in cash.

The main shopping takes place at Penny but it is also possible to go Kaisers. Please come to Penny first then we will go to Kaisers together. Notice: Alcohol, cigarettes and some other items can not be bought with vouchers. If you have questions just ask directly at the day of shopping.

Here you find our shopping calendar for 2014 which you can print out and hang it on the wall at your home for your long-term planning.

The situation
Refugees in Germany are faced with state repression as forced accomadation in penitentiary-like housing, the Residenzpflicht (a law which forbids refugees to leave the them-assigned rural district or sometimes federal land), long-lasting prohibition to work and commence or continue a formation. This catalogue of confinements of fundamental rights is legimitated by the „Asybewerberleistungsgesetzt“ (a law concerning asylum seekers). It also administers the health care for refugees with is cut down to less then the minimum, as well as financial benefits which were just recently raised to the level of Hartz IV after years of judicial fights in court. It is at the discretion of the district authorities if these benefits are paid in cash or non-cash, as vouchers, chip-cards, or clothing coupon. The only cash refugees are entitled to (the monthly „pocket money“) represents only a fraction of the total value.

All these sanctions disable refugees to participate in social life in Germany. For refugees it is e.g. impossible to have a coffee with friends, go to the movies, let alone pay an advocate, telephone or tickets for the public transport.
This is the everyday lunacy refugees in Hennigsdorf are subjected to. The refugees receive vouchers with which they are only allowed to buy grocery and toiletries in very few predetermint shops.